Halbe Urlaubstage – lieber nicht!

Das LAG Baden-Württemberg hat mit einem Urteil vom 06.03.2019, 4 Sa 73/18, entschieden, dass kein Anspruch eines Arbeitnehmers auf die Gewährung von halben Urlaubstagen besteht. Als Ausgangspunkt geht das LAG von dem Urlaubswunsch des Arbeitnehmers aus, der durch den Arbeitgeber zu beachten ist. Gleichzeitig weist das LAG aber auch darauf hin, dass der Urlaubswunsch des Arbeitnehmers die gesetzlichen Vorgaben erfüllen muss. Demnach hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf die Gewährung des Urlaubs in „Kleinstraten“.

Nach den Ausführungen des LAG handelt es sich aber bei einem halben Tag um eine „Kleinstrate“. Das LAG hat in seinem Urteil weiter ausgeführt welche Risiken ein Arbeitgeber eingeht, wenn er dem Wunsch des Arbeitnehmers nachkommt. Bei der Gewährung eines halben Urlaubstages wird nach der Rechtsprechung des BAG der Urlaubsanspruch nicht erfüllt. Das hat u.U. zur Folge, dass der Arbeitnehmer den Urlaub den er eigentlich bereits hatte nochmals verlangen kann. Arbeitgeber laufen also Gefahr, dass sie den bereits in Form von halben Tagen gewährten Urlaub nochmals gewähren müssen um den Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers zu erfüllen.

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