Wer bekommt das Kindergeld beim Wechselmodell?

Betreuen die Eltern im Rahmen eines sogenannten Wechselmodells gemeinsam ihr Kind, stellt sich in der Praxis häufig die Frage, wer nun berechtigt ist, das Kindergeld zu beziehen. Das Gesetz verweist auf die Bezugskontinuität und das Kindeswohl. Es kommt weder darauf an, in welchen finanziellen Verhältnissen der jeweilige Elternteil lebt, noch darauf, ob er ausreichend Gewähr dafür bietet, das Kindergeld kindgerecht zu verwenden. Auch die Höhe der Erwerbseinkünfte der Eltern oder die Frage, wer die Hortkosten trägt, sind unbeachtlich. Hat ein Elternteil das Kindergeld seit der Geburt bezogen, wird es diesem auch weiterhin überwiesen, unabhängig davon, welche finanziellen Aufwendungen für das Kind der andere Elternteil leistet. Das gilt allerdings nur beim Wechselmodell mit praktizierter hälftiger Betreuung.

Ergänzend hat der BGH klargestellt in welcher Form ein Kindergeldausgleich zwischen den Eltern im Rahmen des Wechselmodells erfolgt: Das Kindergeld ist hälftig auf den Barbedarf anzurechnen. Die andere Hälfte des Kindergeldes steht jedem Elternteil zur Hälfte zu (BGH NJW 2017, 1676).

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