Was tun, wenn Schimmel droht?

BGH Urteil vom 05.12.2018, Az. VIII ZR 271/17

Gerade in Altbauwohnungen gibt es in den Herbst-und Wintermonaten häufig Probleme mit Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen an Fenstern oder Außenwänden. Wenn sich hierdurch Schimmel bildet, stellt dies einen Mietmangel dar, wenn die Schimmelbildung auf die Bausubstanz zurückgeführt werden kann. Die bloße Gefahr einer Schimmelbildung stellt jedoch keinen Mietmangel dar, wie der Bundesgerichtshof am 5.12.2018 entschieden hat.

In dem zu entscheidenden Fall lebt der Mieter in einer in den siebziger Jahren erbauten Wohnung. In dieser Wohnung waren sogenannte Wärmebrücken festzustellen, in denen die Raumtemperatur schneller abgekühlte, als in der übrigen Wohnung und sich hierdurch Feuchtigkeit bildete. Der Mieter erhob unter anderem Klage mit dem Antrag, festzustellen, dass ihm ein Mietminderungsrecht aufgrund der Wärmebrücken in der Wohnung und der damit entstehenden Feuchtigkeit zusteht. Er argumentierte, dass hierdurch eine latente Gefahr der Schimmelbildung gegeben sei.

Dieser Auffassung folgt der Bundesgerichtshof nicht. In dem Urteil wurde ausgeführt, dass alleine durch die Gefahr einer möglichen Schimmelbildung noch keine Abweichung der Wohnung vom Sollzustand vorliegt. Hierbei müsse insbesondere beachtet werden, dass es sich bei der gegenständlichen Wohnung um einen Altbau handelt, insofern können nach der rechtsprechenden des BGH auch nur die technischen und baulichen Standards verlangt werden, welche zum Zeitpunkt der Errichtung der Wohnung vorgeschrieben waren. Insofern muss der Mieter auch etwaige Einschränkungen hinnehmen, wie beispielsweise einen erhöhten Heiz-und Lüftaufwand, um einen möglichen Schimmelschaden vorzubeugen.

Zusammenfassend sieht der BGH einen Mietmangel in der gegenständlichen Konstellation für nicht gegeben an, sodass eine „vorbeugende“ Mietminderung ausscheidet.

Zurück zu den News