Unterhaltspflicht während des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)

Das OLG Frankfurt hat entschieden, dass ein Kind, das bei der Aufnahme eines Freiwilligen Sozialen Jahres minderjährig ist, Anspruch auf Unterhalt hat, wenn das Freiwilligenjahr auch der Berufsfindung dient (OLG Frankfurt/Main, 04.04.2018, 2 UF 135/17).

Ausbildungsunterhalt ist nach Ansicht des Gerichts im Hinblick darauf geschuldet, dass neben einer beruflichen Orientierungs- und Arbeitserfahrung auch wichtige personale und soziale Kompetenzen vermittelt werden, die als Schlüsselkompetenz die Arbeitsmarktchancen verbessern.

Grundsätzlich hat das Kind die Obliegenheit, nach Abschluss der Schulbildung „alsbald eine Berufsausbildung zu beginnen und sie mit Fleiß und der gebotenen Zielstrebigkeit in angemessener Zeit zu beenden“, so die herrschende Meinung zu den Obliegenheiten im Rahmen des Ausbildungsunterhalts.

Im vorliegenden Fall hat das Gericht im Hinblick auf die Minderjährigkeit des Anspruchstellers diesem eine Orientierungs- und Erprobungsphase während der Berufsfindung ausdrücklich zugestanden, die hinter der Erwerbsobliegenheit zurücktrat. Gerade bei jungen Volljährigen ist es den Eltern zuzumuten, eine gewisse Verzögerung in der Ausbildung hinzunehmen und finanziell durch ihren Beitrag zum Ausbildungsunterhalt während des Freiwilligen Sozialen Jahres beizutragen.

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